
Im Laufe meines zweimonatigen Praktikums im Botanischen Garten Leipzig, hatte ich die Möglichkeit, in allen Teilbereichen (die im verkleinerten Lageplan zu sehen sind) zu arbeiten. Dazu gehören:
- Systematische Abteilung
Hier werden die Pflanzen nicht nach ästhetischen Gesichtspunkten, sondern nach ihrer Zugehörigkeit zu bestimmten Familien angeordnet, um Studenten der Universität und sonstigen Interessierten einen direkten Vergleich verschiedener Arten einer Familie zu ermöglichen und einen Überblick über die Stammesgeschichte zu verschaffen. - Pflanzengeographische Abteilungen
In diesen Bereichen werden verschiedene Arten jeweils gleicher Herkunftsgebiete gemeinsam angepflanzt. Der Weg führt den Schaulustigen durch die Wälder Ostasiens mit Ginkgo und Urwelt-Mammutbaum hin zu den Waldpflanzen des westlichen und östlichen Nordamerika. Hier wächst die von allen Lebewesen der Erde mit 5000 Jahren das höchste Alter erreichende Grannenkiefer. Die Pflanzenwelt der Prärien (Hochgras- und Kurzgrasprärie) leitet weiter zu den Waldpflanzen Südosteuropas, die durch Flaumeiche, Orientalische Rotbuche, Hopfenbuche und Baumhasel charakterisiert werden. Das Alpinum beherbergt vor allem niedrige Polster- und Rosettenpflanzen der alpinen und subalpinen Stufe Europas und Asiens. Die Vegetation Neuseelands und Südamerikas wiederum umfasst Pflanzen des antarktischen Florenreiches. Den Abschluss bilden die Steppenpflanzen Europas und Asiens mit ihren etwa 800 Pflanzenarten, darunter zahlreiche Frühblüher wie Krokusse und Wildtulpen. - Ökologische Abteilungen
Hier werden heimische Pflanzen nach ihren unterschiedlichen Ansprüchen präsentiert. Um den Spezialisten unter den Pflanzen optimale Lebensbedingungen zu schaffen, wurden saure Moorgebiete oder Kalksteinhänge im Kleinen nachgebildet. Die Ökologie ist in vier Abteilungen unterteilt:
Waldpflanzen
Moor-, Feuchtwiesen- und Sumpfpflanzen
Pflanzen der Heide- und Sandgebiete
Kalkhügelpflanzen - Arboretum
Die Gehölzsammlung ordnet nach verwandtschaftlichen Gesichtspunkten Bäume und Sträucher, von verschiedenen Trompetenbaum-Arten und –Hybriden über Blauglockenbaum, Ginkgo, Urweltmammutbaum, Blutbuche bis hin zu einigen Magnolien.
| Der Neubau der Gewächshausanlagen wurde in zwei
Bauabschnitte geteilt: Da Bauabschnitt 2 mittlerweile abgeschlossen ist, entspricht dieser Grundriss des Botanischen Gartens nicht mehr dem aktuellsten Stand. Die alten Schaugewächshäuser wurden 2004 abgerissen und neu gebaut, die Büroeinrichtungen und neue Anzuchtgewächshäuser sind seit 2005 fertiggestellt. Auch die durch die Baumaßnahmen in Mitleidenschaft gezogenen Freianlagen wurden wieder hergestellt. |
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Einen großen Teil meines Praktikums verbrachte ich im warm-feuchten Klima der Tropenhäuser. Dort gestalteten sich die Aufgaben am vielfältigsten: Vermehrung der Tropischen Pflanzen durch Stecklinge und Samen, Verschneiden vieler Arten, Pflanzarbeiten, Aufbinden von Epiphyten, häufiges Wässern von Orchideen, Insectivoren und anderen Gewächsen, Ausbringen von Schmetterlingspuppen und Besucherinformation.
Auch durften wir Praktikanten die Ausschilderung der Pflanzen übernehmen. Nachdem wir die botanischen Steckschilder entgratet und zusammengeschraubt hatten, wurden diese anhand von Pflanzplänen an die passenden Plätze verteilt.
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| Entgraten... | ... Zusammenbauen... | ... und aufstellen. |
Nach fünf Wochen in den Gewächshäusern, verbrachte ich den Rest des Praktikums bei den verschiedensten Aufgaben im System, der Steppe, dem Alpinum oder den anderen "Freiluft-Bereichen" des Botanischen Gartens. Dort standen dann vor allem Unkraut entfernen und andere Pflegearbeiten (Gehölzschnitt, Reinigung der Wege etc.) an sowie die Anzucht und Neupflanzung von einigen Einjährigen in den Beeten des Systems.
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| Amerikanische Steppe | Teichanlage | Alpinum |
Einige Zeit half ich im Apothekergarten mit. Dieser ist ein noch relativ neuer Bereich des Geländes und liegt außerhalb der Garten-Mauern im angrenzenden Friedenspark. Ich war vor allem damit beschäftigt, zusammen mit dem für den Apothekergarten verantwortlichen Kollegen, die Beetflächen für die neue Saison vorzubereiten und mit vielen unterschiedlichen Heilkräutern zu bepflanzen. Da zu diesen größtenteils einjährige oder bei uns nicht überwinternde Pflanzen gehören, muss jedes Jahr das Sortiment neu gezogen und aufgepflanzt werden. Alle Gewächse sind beschildert, um den Besucher auf die Verwendung und Wirkung der Kräuter hinzuweisen. Während dieser Zeit im Apothekergarten habe ich auch begonnen, mich für Heilkräuter zu interessieren, was mir bei der Erarbeitung meiner Diplomarbeit geholfen hat.






