Im Rahmen des Projektes "Prädikatisierung zum Kneipp-Heilbad" wurden eine Reihe von Teilvorhaben umgesetzt. Eines der größten Vorhaben stellt die Sanierung des historischen Kurparks dar. Unter Schonung des alten Baumbestandes wird eine neue, umfassend gestaltete Grünanlage mit einer Vielzahl von Erholungs- und Therapiemöglichkeiten sowie einem großzügigen Veranstaltungsbereich entstehen. In diesen Teilbereich fällt außerdem der Umbau der kurparkbegleitenden Eilenburger Straße zur Kurpromenade.


Darstellung des gesamten Plangebietes Kurparksanierung (mit freundlicher Genehmigung der Firma GFSL Clausen + Scheil)

Detaildarstellung Moor- und Kräuterachse
Detaildarstellung der Moor- und Kräuterachse im sog. Sonnenpark

Auf Grundlage meiner Diplomarbeit habe ich die Bepflanzungsplanung, nach Absprache mit der Leiterin der Kurgärtnerei, in Bezug auf Pflegeintensität und Kosten überarbeitet sowie um einige Arten reduziert. Gerade bei den Mooranlagen mit ihrer großen Artenvielfalt ist eine sorgfältige Pflege durch die Gärtner notwendig.

Die Ausarbeitung der Substrate und des Beetaufbaus aus meiner Diplomarbeit wurde direkt in das Leistungsverzeichnis aufgenommen. Auch die Ausarbeitung der Beschilderung oblag mir.

Einige Vororttermine konnten mich davon überzeugen, dass die Planung nicht nur machbar sondern bereits jetzt eine Augenweide ist. Kritik gab es noch keine zu äußern und die bauausführende Firma macht ihre Sache gut und findet es nach Aussagen des Bauleiters auch interessant eine solche Anlage zu bauen. Fotos vom Fortgang der Arbeiten finden sie hier.

Als europaweites „Alleinstellungsmerkmal“ des Kurortes Bad Schmiedeberg ist ein großes Therapiezentrum geplant, welches auch im Winter die Durchführung der Kneipp-Therapie zulässt. Für die Kurgäste besteht die Möglichkeit, inmitten üppiger Pflanzungen von Heil- und Duftkräutern aktiv zu kneippen oder in angenehmer Umgebung zu entspannen. Um auch in der Ruhezeit zwischen Oktober und März vitale Pflanzen zeigen zu können, wird durch die Kombination von starker Beleuchtung, hoher Luftfeuchtigkeit und ständigem Austausch unansehnlicher Pflanzen eine ästhetische Umgebung geschaffen. Die Bepflanzung des Therapiezentrums wird ebenfalls im Rahmen einer Diplomarbeit behandelt und durch Frau Zepperitz, Leiterin der Kurgärtnerei, und die TU Berlin betreut.

Bepflanzungsplanung Therapiezentrum als pdf-Datei:

bepflanzungsplan teil1 bepflanzungsplan teil2 bepflanzung teil3
Entwurfsplan Therapiezentrum, zur Verfügung gestellt durch Fa. GFSL Clausen + Scheil

Im Therapiezentrum wird der Anspruch verfolgt, auch im Winter die Kneipp’sche Wasserkur in passendem, grünem Rahmen durchzuführen und dabei vor allem sog. Kneippkräuter dem Kurgast nahe zu bringen. Kneipp-Pflanzen sind vorwiegend Kräuter und Sträucher, mit denen allein keine raumbildende Pflanzung möglich wäre. Daher wurde Kombination mit Dauerbepflanzung aus strukturbildenden Großgehölzen (bei einer Raumhöhe von 2 Etagen unerlässlich) sowie Sträuchern und passender Unterpflanzung vorgesehen.
Da unter die Kneipp-Pflanzen eine ganze Reihe mediterraner Gewächse fallen, wurde diese Thematik als Leitthema der Pflanzung gewählt. Als Großgehölze wurden folgende Gehölze nach ihren Standortbedürfnissen ausgewählt:

- Abelia grandiflora
- Acacia dealbata
- Albizia lophanta
- Aucuba japonica
- Citrus reticulata
- Citrus sinensis
- Ficus carica
- Laurus nobilis
- Murraya paniculata
- Myrsine africana
- Myrtus communis
- Nandina domestica
- Olea europaea
- Reinwardtia indica

Die verwendeten Heilpflanzen nach Kneipp werden auf zweierlei Arten ausgestellt: zum einen robuste Arten als Bestandteil der Dauerbepflanzung und zum anderen in Topfkultur. Dadurch wird es möglich, unter optimalen Voraussetzungen vorkultivierte Pflanzen einzubringen und bei Bedarf auszutauschen, um dadurch auch in der Zeit der Winterruhe blühende Kräuter zeigen zu können.

Die Pflanzenauswahl wurde in zwei Kategorien eingeteilt:

  1. Pflanzen, die mit einer Lichtmenge von 2000 Lux auskommen, verwendet in den Bereichen außerhalb der Oberlichter und
  2. lichthungrige Gewächse, die den Oberlichtbereichen zugeordnet wurden.

In dem als Hochbeet ausgebildeten Mittelteil des Therapiezentrums steht eine Substratschicht von knapp 80 cm zur Verfügung. Aus vegetationstechnischen Gründen (Standsicherheit, Vergrößerung des wurzelverfügbaren Raumes) wird um Großgehölze eine Erhöhung des Obersubstrates vorgenommen. Dabei entstehende Höhendifferenzen werden durch Steinsetzungen und Bepflanzung gegen ein späteres Wegrutschen gesichert. Über den im Mittelteil eingebauten Konvektoren steht nur 20 cm Substrat zur Verfügung. Die ausgewählten Pflanzen sind angepasst an Trockenheit und wenig verfügbaren Wurzelraum. Die Gestaltung mit Steinen und Splitt verstärkt den mediterranen Charakter.

Die in den Randbereichen angeordneten Beete sind mit nur 30 cm Substrataufbau sehr niedrig gehalten und wurden daher vor allem mit bodendeckenden und niedrigen Pflanzen bestückt. Die dem Foyer nächstgelegene Fläche verfügt zusätzlich nur über eingeschränkte Lichtquellen, wodurch schattenverträgliche Pflanzen verwendet werden mussten.

Auch zwei Sumpfpflanzen unter den Kneippkräutern konnten in die Pflanzung integriert werden: durch Aufstellung von Teichpflanzkörben im Bachlauf erhalten Kalmus und Fieberklee standortgerechte Bedingungen.

Unter www.gfsl.de findet sich der Internetauftritt des Büros, dessen Aktualisierung ich während meiner Arbeit bei der GFSL übernommen habe. Dabei gilt es, vor allem Referenzprojekte auf den neuesten Stand zu bringen. Für die Bearbeitung verwende ich Adobe GoLive CS2 und Macromedia Dreamweaver.

Die Mappe dient der Bekanntmachung der GFSL bei potentiellen Bauherren und Auftraggebern. In gebundener Form wird die Präsentation im quadratischen Format meist im Rahmen eines persönlichen Gesprächs übergeben. Sie enthält neben aktuellen Projekten aller Leistungsbereiche und Wettbewerben auch Informationen zum Büro selbst, dessen Entwicklung, Mitarbeitern und Ausstattung.

Links ein Beispiel für eine Projektseite, rechts ein Wettbewerb des Büros.
Die einzelnen Seiten sind jeweils im Format 21x 21 cm gehalten und werden, von zwei Karton-Einbänden gefasst, mit schwarzen Metallspiralen gebunden.