
In den 3 Monaten Praktikum im viktorianischen Garten von Kylemore Abbey habe ich verschiedene Projekte bearbeiten können.
Zu Beginn wurden die neuen Praktikanten erst einmal in die Gepflogenheiten des Gartens eingewiesen, bevor man uns später auch selbstständige Arbeiten überließ. Bereits nach etwa einer Woche war ich mit den wichtigsten Abläufen im Garten vertraut und konnte viele Aufgaben selbstständig erledigen. So war jeden Morgen das gleiche Prozedere zu absolvieren: alle Türen, durch die der Garten für Besucher zugänglich ist, mussten geöffnet, Toiletten gecheckt, Ausstellungsräume überprüft, Jungpflanzen gewässert werden. Auch im Laufe des Tages gab es immer wiederkehrende Aufgaben zu erledigen, so war es z.B. Aufgabe der Praktikanten, die Pflanzen in den Coldframes zu kontrollieren oder den Niederschlag des letzten Tages zu messen.
Ansonsten hatte ich einen vielfältigen Aufgabenbereich: den größten Teil unserer Arbeitszeit verbrachten wir in den Sommermonaten mit Unkraut ziehen in den zahlreichen Schmuckpflanzungen und mit dem Wässern der empfindlichen Bepflanzungen und Anzuchten. Aber auch pflanzen, umtopfen, Stecklinge schneiden, säen, stäben und verschneiden gehörten zu meinen Tätigkeiten. An trockenen Tagen hielten wir uns meist draußen in den Beeten auf, wenn es anfing zu regen (was in Irland leider nicht selten ist), suchten wir uns im Glashaus etwas zu tun oder putzten ab und an die Aufenthalts- und Frühstücksräume.
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| Formal Flower Garden | Glasshouse |
Je weiter es auf den Herbst zuging, bekamen wir mehr und mehr Pflanzarbeiten übertragen und waren nahezu selbstständig für die komplette Neubepflanzung der Schmuckbeete verantwortlich. Unsere Chefin gab uns hierfür Bepflanzungspläne und nach diesen Zeichnungen setzten wir die Frühjahrsbepflanzung, sowie Zwiebelpflanzen ein. Dabei gab es allerhand zu beachten. Da Kylemore Garden ein streng formaler viktorianischer Garten ist, mussten als erstes die Beete wieder in ihre ursprüngliche, durch den Regen weggewaschene, Form zurückgebracht werden (das heißt jedes Beet hatte einen Graben, um die Entwässerung zu verbessern, der immer voller Erde gespült war) und dann alle Pflanzen entweder sehr gerade in einer Reihe oder in einem Zirkel gepflanzt werden, gleiche Abstände haben und von den Wegen aus gut aussehen. Alle Zwiebeln musste gegen Verfaulen im nassen irischen Boden mit etwas Splitt unterlegt werden, der die Drainage verbessern sollte.
Daneben waren wir den ganzen Spätsommer hindurch für die Ernte von Gemüse und Kräutern im Vegetable Garden verantwortlich. Diese wurden teilweise an die Touristen verkauft als auch an die Angestellten in sogenannten Vegetable Bags verteilt.
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| Beete mit Entwässerungsgraben | Vegetable Bags |
Vor allem im letzten Monat lagen meine Aufgaben, außer im Leerräumen und Neubepflanzen der Beete, auch im Zurückschneiden der in den Flächen überwinternden Pflanzen. Obwohl einjährige Pflanzen in viktorianischer Zeit typisch waren, wurden mehr und mehr der kurzlebigen Gewächse durch pflegeleichtere Stauden (also mehrjährige Pflanzen) ersetzt. Im Laufe eines Jahres mussten viele der einjährigen Pflanzen, auf Grund der begrenzten Lebensdauer, mehrmals durch neue ersetzt werden. Der höchste Anspruch in Kylemore ist es, den Touristen das ganze Jahr über einen attraktiven Garten präsentieren zu können.
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| Das Teahouse | Glasshouse innen |
Das Praktikum in Irland hat sich für mich in vielfältiger Art und Weise gelohnt: die wertvolle Erfahrung, in einem fremden Land neu anzufangen, neue Menschen und Sitten kennenzulernen und neue Freunde zu finden, die Verbesserung meiner Kenntnisse im Bereich Pflanzenkunde und gärtnerische Tätigkeiten und ganz zu schweigen von meinen Englischkenntnissen durch den Kontakt zu ausländischen Praktikanten und Iren. Ein solcher Aufenthalt im Ausland stärkt außerdem das Selbstbewusstsein und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten .





